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Enstehung der griechischen Schrift

Um 1000 vor Christi Geburt begann in Griechenland die Verwendung der Schrift, ab ungefähr 700 führte ihre größere Verbreitung zur Entwicklung der Literatur. Die Schrift wurde von Phönikern entwickelt, worauf auch die Namen der Buchstaben hinweisen (Alpha von "aleph: Rind"; Gamma von "gimel: Kamel"; Delta von "dalet: Türöffnung des Nomadenzelts"), jedoch wurden von den Griechen auch Lautzeichen für die Vokale hinzugefügt, sodaß im griechischen Bereich von der ersten echten Lautschrift gesprochen werden kann.

Die Buchstaben

Die Buchstaben des griechischen Alphabets.

Kleinbuch-
staben
Großbuch-
staben
Name Lautwert   Kleinbuch-
staben
Gro?buch-
staben
Name Lautwert
α Α Alpha a   ν Ν Ny n
β Β Beta b   ξ Ξ Xi x
γ Γ Gamma g   ο Ο Omikron o
δ Δ Delta d   π Π Pi p
ε Ε Epsilon e   ρ Ρ Rho r
ζ Ζ Zeta z   σ, am Wortende ς Σ Sigma s
η Η Eta e (lang, offen)   τ Τ Tau t
θ Θ Theta th   υ Υ Ypsilon y
ι Ι Iota i   φ Φ Phi ph
κ Κ Kappa k   χ Χ Chi ch
λ Λ Lambda l   ψ Ψ Psi ps
μ Μ My m   ω Ω Omega o (lang, offen)

In manchen Schriftarten finden sich alternative Buchstabenformen:

b_vari.gif (1132 Byte)

Besonderheiten der Aussprache:

1)Vokale e und o

Es gibt zwei e-Laute: das ε (Epsilon) und das η (Eta). Das η (Eta) ist ein langes, offenes "e" wie in "älter".
Es gibt zwei o-Laute: das ο (Omikron) und das ω (Omega).
Das ω (Omega) ist ein langes, offenes "o" wie in "bohren".
 

2)Diphthonge (Zwielaute)

1) wie im Deutschen: αυ au, ευ eu, αι ai
2) ου wird wie "u" ausgeprochen; ἀκούω [akuo]: hören (vgl. Akustik)
3) ει wie e+i, nicht wie im Deutschen ei/ai, sondern wie "be-inhalten","ge-irrt"

3)Konsonantenverbindungen:

γγ: ng; ἄγγελος [angelos]: Bote (wird zu lat. angelus; Dt.: Engel; engl.: angel)
γκ: nk; ἄγκυρα [ankyra]: Anker (wird zu lat. ancora)
γχ: nch; Ἀγχίσης [Anchises] Anchises, Vater von Αἰνείας [Aineias]: Äneas
νξ: nx; Σϕίγξ Sphinx; ϕάλαγξ [phalanx] Phalanx

4) "ι" ist immer vokalisch, nie "j"

Ἰωνία [Ionia]: "I-onia" nicht "Jonia"

5) σπ: s+p, nicht schp; στ: s+t, nicht "scht"; σχ: s+ch, nicht "sch";

Σπάρτη [Sparte]: Sparta
στάδιον [stadion]: Stadion
σχολή [schole]: Muße, Studium; Schule

Spiritus

Es gibt zwei Arten von Spiritus (Hauchlauten), den Spiritus asper (ausgesprochen wie "h") und den Spiritus lenis (wird in der Aussprache nicht berücksichtigt). Die Spiritus werden über dem Vokal geschrieben, bei Großbuchstaben vor den Vokal.
ἄγω [ago]: ich führe
ἅλς [hals]: Salz, Meer (vergleiche dazu: Hall-statt, Bad Hall, ...)
Ἀτρείδης [Atreides]: Atride, Sohn des Atreus = Menelaos oder Agamemnon
Ἡρακλῆς [Herakles]: Herakles

Der spiritus asper steht auch auf anlautendem ρ: ῥ
ῥεῦμα [rheuma]: das Fließen, das Ziehen, Rheuma

Bei Diphthongen werden die Spiritus auf den zweiten Vokal gesetzt:
Αἴγυπτος [Aigyptos]: Ägypten
εἰρήνη [eirene]: Friede (vergleiche: Irene)
αἷμα [haima]: Blut (vgl. Hämoglobin, Hämophilie, Hämatom)

Aber bei Langdiphthongen (mit Iota adscriptum) wird der Spiritus vor den ersten Vokal gesetzt:
ᾍδης [Hades]: Hades; lat. Pluto

Das Iota subscriptum und Iota adscriptum

Kurzdiphthonge: αυ, ευ, ου (seit dem 6. Jahrhundert vor Christi als "u" geprochen ), αι, ει, und οι sind Diphthonge, von denen der erste Vokal kurz ist.

Zu Großbuchstaben wurde ein Iota neben den Großbuchstaben gesetzt (Iota adscriptum): ᾍδης [Hades]

Ursprüngliche Langdiphthonge (mit langem erstem Vokal) wurden schon früh zu einfachen Vokalen und aus Gr+nden der Orthographie mit einem Iota subscriptum gekennzeichnet: ᾱι wurde zu ᾳ, ηι wurde zu ῃ und ωι wurde zu ῳ.

Satzzeichen:

(hochgestellter Punkt) = Doppelpunkt
; (Strichpunkt) = Fragezeichen
Punkt und Beistrich sind wie im Deutschen.

Akzente

Es gibt drei Akzente:

  • den Akut (von acutus: scharf) ´; dieser kennzeichnet den steigenden Ton; der Akut kann nur auf den letzten drei Silben eines Wortes stehen, auf der drittletzten nur dann, wenn die letzte Silbe kurz ist.
  • den Gravis (von gravis: schwer)`; dieser kennzeichnet den fallenden Ton. Ein Akut auf der letzen Silbe wird in einen Gravis verwandelt (außer vor Satzenden oder Interpunktion).
  • den Zirkumflex ~; dieser kennzeichnet einen Ton, der zuerst ansteigt und dann abfällt; der Zirkumflex kann nur auf den letzten beiden Silben stehen, auf der vorletzten nur dann, wenn die letzte kurz ist.

Das Griechische hatte ursprünglich einen musikalischen Akzent. Der Akut bezeichnete einen steigenden Ton, der Gravis einen fallenden und der Zirkumflex einen zuerst ansteigenden und dann fallenden Ton. Die Aussprache der Akzente wird aber der des Lateinischen (und Deutschen) angeglichen und mit einer Erhöhung der Stimmstärke (exspiratorischer Akzent) wiedergegeben (wie Alphabét, Aútobahn, jemanden über den Fluß 'übersetzen, einen Text übersétzen, ...). Das gilt für alle drei Arten von Akzenten.

Der Akzent wird über den Vokal gestellt.
εἰρήνη [eirene]: Friede (vergleiche: Irene)

Bei Diphthongen werden die Akzente auf den zweiten Vokal gesetzt:
Αἴγυπτος [Aígyptos]: Ägypten
Ἀτρείδης [Atreídes]: Atride, Sohn des Atreus = Menelaos oder Agamemnon
ὁμοῖος [homoíos]: gleich (vgl. Homöopathie)
Aber bei den Langdiphthongen wird der Akzent mitsamt dem Spiritus vor den ersten Vokal   gesetzt.
ᾍδης [Hádes]: Hades; lat. Pluto